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Geld & Wirtschaft

US-Versicherer Lemonade nimmt weitere EU-Märkte ins Visier

Der US-Digitalversicherer Lemonade nimmt nach seinem Start in Deutschland am Dienstag weitere Märkte in Europa ins Visier. "Wir haben paneuropäische Ambitionen und Pläne für eine Expansion quer durch die Europäische Union", sagte der Co-Gründer und Vorstandsvorsitzende von Lemonade, Daniel Schreiber, dem "Handelsblatt". Deutschland sei nur der Anfang.

Hierzulande gebe "es viele digitalaffine Kunden, die ihr Leben mit dem Smartphone managen, doch der Großteil der deutschen Versicherer operiert weiter hauptsächlich in einer Offline-Welt", so der Lemonade-Chef weiter. Für die deutschen Versicherer und Start-ups verschärft sich damit der Wettbewerb. Lemonade ist seit Herbst 2016 in den USA aktiv und hatte am Dienstag angekündigt, ab sofort auch seinen Geschäftsbetrieb in Deutschland aufzunehmen. Das Unternehmen setzt stark auf automatisierte Prozesse, Chatbots und vor allem Künstliche Intelligenz. Es verspricht einen Versicherungsabschluss in weniger als zwei Minuten und eine Schadensregulierung per Algorithmus in wenigen Sekunden. In Deutschland habe Lemonade den französischen Versicherer Axa als Partner gewonnen. Das Start-up sei bei seiner letzten Finanzierungsrunde mit rund zwei Milliarden Dollar bewertet worden und habe zahlreiche namhafte Investoren gewonnen, darunter neben Axa auch den deutschen Versicherungskonzern Allianz, berichtet die Zeitung. Für den Geschäftsaufbau in Deutschland will sich der Lemonade-Chef Zeit lassen. "Wir hoffen, dass es ähnlich abläuft, wie unser Start in den ersten Monaten in den USA", so Schreiber . Da habe Lemonade sich die Zeit genommen, sicherzustellen, dass alles perfekt laufe und die Kunden zufrieden seien. "Das ist wichtiger für uns, als jetzt schnell möglichst viele Kunden einzusammeln", so der Co-Gründer des US-Versicherers. Auf die einflussreichen Vergleichsportale wolle Lemonade bei der Kundenwerbung verzichten. "Unser Modell ist es, direkt in Kontakt mit den Kunden zu kommen", sagte Schreiber dem "Handelsblatt". Man arbeite "nicht mit Maklern und Vermittlern."

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